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Dokumentation zur Fachtagung "Bindungsstörungen" liegt vor
Die neue Dokumentation zur Fachtagung 2008 in Ingolstadt wurde fertiggestellt und veröffentlicht!
Bindungsstörungen bei Pflege- und Adoptivkindern
Erkennen – Verstehen – Reagieren
mit Prof. Dr. Gottfried Spangler und Dozentinnen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie
Die Dokumentation Nr. 30 des PFAD FÜR KINDER LV Bayern umfasst 50 Seiten und kostet € 8,00 plus Versand.
Ihre Bestellung nimmt die Geschäftsstelle in Aichach gerne entgegen (Tel. 08251 / 1050, Fax 08251 / 87 24 08, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können )

Inhalte:

Bindung (engl.: attachment) ist die Bezeichnung für eine enge emotionale Beziehung zwischen Menschen. Das Neugeborene entwickelt eine spezielle Beziehung zu seinen Eltern (meist insbesondere zur Mutter) oder anderen relevanten Bezugspersonen. Die Bindung veranlasst das Kleinkind, im Falle objektiv vorhandener oder subjektiv erlebter Gefahr (Bedrohung, Angst, Schmerz) Schutz und Beruhigung bei seinen Bezugspersonen zu suchen und zu erhalten.

Bindung hat die biologische Funktion, das Kind vor Gefahren zu schützen und das Überleben zu sichern und die psychologische Funktion, in Erregungs- und Stresssituationen für eine emotionale Regulation zu sorgen. Die Bezugspersonen dienen dem Kind als sichere Basis, von der aus es die Welt erkunden kann.

Der Vortrag von Prof. Dr. Spangler geht vor allem auf folgende Fragen und Themen ein:
  • Wann, wie und zu wem entstehen Bindungen?
  • Bindungssicherheit und Bindungsorganisation im Kleinkindalter
  • Bindungsmodelle
  • Einflussfaktoren auf die Bindungsentwicklung
  • Konsequenzen von Bindungssicherheit für die kindliche Entwicklung
  • Bindungsstörungen und ihre Ursachen
  • Die Bedeutung von Bindungsstörungen für das Adoptiv- bzw. Pflegeverhältnis
  • Bindungsabbruch
  • Interventionen bei Bindungsproblemen
In die Dokumentation sind ebenfalls die Berichte der einzelnen Arbeitskreise aufgenommen, in denen folgende Themen vertieft wurden:

AK 1 – Leben mit einem bindungsgestörten Kind
(Leitung: Dipl. Psych. Johanna Behringer)

Kinder mit schwierigen Bindungserfahrungen brauchen Erwachsene, die ihnen eine sichere Basis sind, ihr Verhalten nicht „persönlich nehmen“, sondern es im Zusammenhang mit ihrer Geschichte sehen und ihnen Zeit lassen, neue Modelle von Beziehungen aufzubauen.

AK 2 – Wenn Bindungsstörungen das Lernen beeinträchtigen
(Leitung: Prof. Dr. Gottfried Spangler)

Bindung spielt eine Rolle für das Lernen, da es im sozialen Kontext stattfindet. Kinder müssen bereit und in der Lage sein, mit der Umwelt in Kontakt zu treten, in „die Welt hinaus“ zu gehen. Sie benötigen dazu soziale und emotionale Kompetenzen, die sie im Rahmen von verlässlichen Bindungsbeziehungen erwerben können.

AK 3 – Bindungsstörungen – Aufbau von außerfamiliären Beziehungen in der Pubertät
(Leitung: Dipl. Psych. Dr. Ina Bovenschen)

Kinder, die in Interaktion mit ihren Eltern erfahren, dass sie selbst liebenswert und kompetent sind, entwickeln im Jugendalter eher eine positive Interaktion mit Gleichaltrigen.
Kinder, die aufgrund negativer früher Beziehungserfahrungen kein positives Selbstbild aufbauen konnten, haben dagegen mehr Schwierigkeiten in Interaktionen mit Gleichaltrigen; sie werden beispielsweise von Freunden eher als feindselig oder sozial ängstlich beschrieben.

AK 4 – Bindungsprobleme: Beratungs- und Interventionsbedürfnisse von Pflege- und Adoptivfamilien
(Leitung: Dipl. Psych. Sandra Gabler)

Pflege- und Adoptiveltern sollten auf mögliche Bindungsprobleme ihrer Kinder vorbereitet sein, sie lernen zu verstehen und zu reinterpretieren. Wissen aus der Bindungsforschung sollte in Unterstützungsangebote für Pflege- und Adoptivfamilien Eingang finden.

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